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Almodovarologie - Die Kunst exzellente Filme zu machen
Die zentrale Szene

Am Anfang der Entstehung eines jeden Filmes steht normalerweise eine zentrale Szene:

»Von den Drehbüchern, die ich verfilmt habe, erinnere ich mich perfekt an die ersten Seiten, die ich schrieb, diejenigen die die Saat und die treibende Kraft für zukünftige Filme waren. Mein Initialimpuls is meist einen Kurzfilm über diese ersten Seiten zu machen, aber am Ende entwickle ich daraus einen abendfüllenden Film, nicht nur weil es profitabler ist, sondern weil mich diese ersten Seiten schrecklich neugierig nach den Rollen und der Situation, die sie durchleben, machen. Wenn ich wissen will, wie sie in diese Lage gekommen sind und was ihnen nachher passiert, bin ich derjenige der das herausfinden und niederschreiben muß. Und durch die Erforschung der Vergangenheit und Zukunft dieser Charaktäre entdecke ich die Geschichte, die ich erzählen wollte und von der ich am Anfang noch keine Ahnung hatte.«
(Pedro Almodóvar)


Aufgrund dem beschriebenen Zufallssystem der Kreation, entsprechen die ersten Sequenzen, die Almodóvar schreibt nahezu immer etwa dem halben Film, den sie generieren:

  • In »Fessle mich!« war es das Geständnis von Antonio Banderas nachdem er Victoria Abril enführt und isoliert hat: »Ich bin dreiundzwanzig Jahre alt und habe fünfzigtausend Peseten. Ich bin ganz allein auf der Welt, ich wäre gerne ein guter Ehemann für Dich und ein guter Vater für Deine Kinder.«
  • In »High Heels« war die erste Sequenz diejenige mit Victoria Abril's Geständnis in den Nachrichten, wenn sie zugibt, daß sie den Mord begangen hat.
  • Das erste was er vom Film »Kika« schrieb, war die gesamte Vergewaltigungsszene, von Paul Bazzo's Ankunft bis zu seinem Abgang durch das Fenster.
  • Die erste Sequenz, die Almodóvar von »Mein blühendes Geheimnis« schrieb, worauf er so neugierig war es auf der Leinwand zu sehen, war der Besuch des Ehemannes. In den (fast) acht Versionen des Drehbuches, die er geschrieben hat, war der Besuch des Ehemannes eine Sequenz, die sich kaum geändert hat.

    »Es floß nur so aus meiner Feder, vom Moment an dem der Ehemann an der Türglocke läutet bis zu dem Moment als er über das Treppenhaus entschwindet. Man könnte sagen Ich filmte »Mein blühendes Geheimnis« weil ich den Besuch des Ehemannes und seinen Abschied verfilmen wollte.«
    (P. Almodóvar)


This Page was created by Karl A. ERBER on October 17, 1999
Last Update: October 17, 1999
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